Schweißdrüsenbehandlung

Schwitzen ist ein natürlicher und sogar sehr wichtiger Prozess des menschlichen Körpers. Über den Schweiß wird beispielsweise die Körpertemperatur reguliert. Trotz dieser nützlichen Eigenschaften wird Schwitzen gemeinhin als unangenehm und störend empfunden. In diesem Fall kann eine Schweißdrüsenbehandlung helfen, das Schwitzen zu reduzieren. Sie kann operativ als auch nichtoperativ erfolgen. Einige Personen sind zudem von der sogenannten Hyperhidrose betroffen. Dabei handelt es sich um eine krankhafte Form des Schwitzens, die auch bei kühlen Temperaturen und bei körperlicher Ruhe auftritt.

 

Die Schweißdrüsenbehandlung auf einen Blick

Behandlungsart:

  • operativ oder minimalinvasiv; ambulant oder kurzstationär

Vor der Behandlung:

  • Beratungsgespräch
  • ggf. zweite Meinung
  • Allergien und Vorerkrankungen mitteilen

Dauer der Behandlung:

  • 15 bis 90 Minuten (Unterschied Botox® und OP)

Narkose:

  • Lokalanästhesie, Dämmerschlaf, Vollnarkose

Nach der Operation:

  • eventuell kurzer Klinikaufenthalt
  • körperliche Schonung bis zu 2 Wochen
  • Nikotinverzicht

Kosten:

  • ca. 400,- bis 800,- Euro (minimalinvasiv)
  • ab. ca. 2.500 Euro,- (operativ)
 

Gründe für eine Schweißdrüsenbehandlung

Schwitzen ist ein natürlicher und vor allem lebensnotwendiger Prozess. Der Körper reguliert damit seinen Wärmehaushalt und schützt sich vor einer Überhitzung. Besonders beim Sport, im heißen Sommer oder auch bei Fieber oder Aufregung steigt die Körpertemperatur an und der Körper beginnt die überschüssige Wärme nach außen abzuleiten – wir schwitzen. Bei einigen Menschen ist dieser Mechanismus stärker ausgeprägt als bei anderen. Nimmt die Schweißproduktion jedoch Überhand und ist nicht auf Sport, Fieber oder Ähnliches zurückzuführen, kann eine Hyperhidrose dahinterstecken.

Dieses übermäßige Schwitzen kann schnell zu einem unguten Gefühl bei den Betroffenen führen, einige schämen sich regelrecht. Einerseits ist der viele Schweiß auf der Haut, egal ob unter den Achseln, an den Händen oder im Kopfbereich, schlicht unangenehm. Zum anderen tritt irgendwann unvermeidlich ein unangenehmer Geruch auf. Fühlen sich Betroffene in ihrem Alltag dadurch stark beeinträchtigt und entwickeln einen hohen Leidensdruck, steht ihnen die Möglichkeit einer Schweißdrüsenbehandlung zur Verfügung.

 

Arten der Hyperhidrose

Die Hyperhidrose kann nach verschiedenen Aspekten eingeteilt werden: nach der Ursache sowie nach dem Körperbereich, der übermäßig Schweiß abgesondert.

Nach Ursache

Hier wird in primäre und sekundäre Hyperhidrose unterschieden. Für den primären Typ lassen sich keine eindeutigen Ursachen finden. Vererbung scheint eine Rolle zu spielen und die Probleme zeigen sich in der Regel bereits in der Kindheit. Diese Form ist unbedenklich. Die sekundäre Hyperhidrose kann ein Symptom einer körperlichen Veränderung wie der Wechseljahre oder auch einer Erkrankung wie Schilddrüsenfehlfunktionen sein. Auch Medikamente können Auslöser sein. Betroffene haben neben dem Schwitzen weitere Beschwerden und sollten es ärztlich abklären lassen.

Nach Körperbereich

Hier wird generalisierte und fokale Hyperhidrose unterschieden. Bei der generalisierten Form schwitzen die Betroffenen großflächig bzw. am ganzen Körper. Dies ist oft bei der sekundären Hyperhidrose der Fall, wo das übermäßige Schwitzen auf konkrete Ursachen zurückzuführen ist. Bei der fokalen Form beschränkt sich das Schwitzen auf bestimmte Körperbereiche, zum Beispiel die Hände oder den Achselbreich. Diese Form tritt häufig bei der primären Hyperhidrose auf.

 

Vor der Schweißdrüsenbehandlung

Bei der Wahl eines Arztes für Behandlungen der sogenannten Schönheitschirurgie raten wir grundsätzlich dazu, einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie zu konsultieren. Nur so stellen Sie sicher, dass Ihr Arzt die nötige Qualifikation und Erfahrung für die Behandlung aufweist.

Zunächst führt der Chirurg ein ausführliches Beratungs- und Anamnesegespräch mit Ihnen. Dabei gehen Sie gemeinsam den Ursachen für das übermäßige Schwitzen nach, um sicherzustellen, dass sich keine Erkrankungen oder Ähnliches dahinter verbergen. Auch über Risiken und mögliche Komplikationen der Behandlung klärt der Chirurg Sie auf. Schließlich entscheiden sie sich gemeinsam für eine geeignete Vorgehensweise. Häufig ist die medikamentöse Behandlung die erste Wahl.

Im Gespräch mit dem Chirurgen ist es wichtig, dass Sie sich wohl fühlen und Vertrauen entwickeln. Sprechen Sie Ihre Bedenken unbedingt an. Ein guter Ästhetisch-Plastischer Chirurg nimmt sich die Zeit, um Ihre Fragen zu beantworten. Holen Sie sich gegebenenfalls auch eine zweite Meinung ein.

 

Welche Methoden der Schweißdrüsenbehandlung gibt es?

Bringt die konservative, medikamentöse Behandlung keinen oder nur unzureichenden Erfolg, stehen abhängig von der Art und der Intensität des Schwitzens verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung. Welche Methode sich im jeweiligen Fall am besten eignet, bespricht der Ästhetisch-Plastische Chirurg individuell mit jedem Patienten.

Botulinumtoxin

Botulinumtoxin (Botox®) ist ein natürlich vorkommendes, neurotoxisches Protein, das aus Bakterien gewonnen wird. Es kann einzelne Nervenimpulse blockieren und zielt bei der Schweißdrüsenbehandlung darauf ab, die Aussendung dieser Impulse an die Schweißdrüsen zu verhindern. Dadurch wird die Schweißproduktion unterbunden. Die vollständige Wirkung tritt in den folgenden Tagen ein und hält einige Monate an. Danach muss die Behandlung wiederholt werden.

Schweißdrüsenabsaugung

Die Absaugung der Schweißdrüsen ist der Fettabsaugung ähnlich, allerdings wird hier zusätzlich eine sogenannte Kürettage vorgenommen. Die Schweißdrüsen werden sozusagen von der Unterseite der Lederhaut „abgeerntet“. Diese Methode der Schweißdrüsenbehandlung eignet sich insbesondere für den Achselbereich.

Dazu injiziert der Chirurg zunächst eine Flüssigkeit, um die Schweißdrüsen und das dazwischenliegende Fettgewebe zu lockern. Anschließend saugt der Chirurg über einen kleinen Einstichkanal mithilfe spezieller Kanülen die Flüssigkeit zusammen mit den Schweißdrüsen ab. Bei einer Absaugung kann der Großteil der Drüsen entfernt werden. Nach einer Entfernung bilden sich die Schweißdrüsen nicht neu, die Wirkung ist also dauerhaft. Bei manchen Patienten kommt die Schweißproduktion an einzelnen Stellen leicht wieder, dann kann das Verfahren wiederholt werden.

Endoskopische Sympathikusblockade

Bei der endoskopischen Sympathikusblockade wird die Fehlsteuerung der Schweißproduktion behandelt, indem der Impulsfluss über die Nervenbündel, die die Schweißproduktion anregen, unterbrochen wird. Der Chirurg führt über zwei kleine Schnitte im Bereich der Achselhöhle eine spezielle Kamera ein, um die entsprechenden Nervenbahnen durch die Anbringung von Clips blockieren zu können. Nach der Behandlung bleibt das übermäßige Schwitzen zwar nicht vollständig aus, jedoch tritt es wesentlich seltener auf. Diese Methode eignet sich für Menschen, die im Bereich der Hände, Achseln und im Gesicht übermäßig schwitzen.

 

Narkose, Dauer, Aufenthalt

Bei der Behandlung mit Botulinumtoxin ist weder eine Betäubung noch ein Klinikaufenthalt notwendig. Die Behandlung dauert wenige Minuten.

Die Absaugung der Schweißdrüsen wird ambulant durchgeführt und nimmt etwa 60 bis 90 Minuten in Anspruch. In der Regel wird unter lokaler Betäubung abgesaugt, auf Wunsch des Patienten kann der Eingriff aber auch im Dämmerschlaf durchgeführt werden.

Die endoskopische Sympathikusblockade wird unter Vollnarkose durchgeführt und dauert circa eine halbe Stunde. Danach ist ein stationärer Aufenthalt von etwa zwei Tagen zu empfehlen.

 

Welche Komplikationen können bei der Schweißdrüsenbehandlung auftreten?

Botox®-Injektionen sind, sofern sie von einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie vorgenommen werden, risikoarm. Dennoch sind Komplikationen nie vollständig auszuschließen; so können beispielsweise vorübergehende Einschränkungen der Feinmotorik auftreten, wenn die Behandlung an den Händen stattfindet. Auch kleinere Hämatome infolge der Injektion können sich bilden.

Bei der Schweißdrüsenabsaugung können Verhärtungen im Achselbereich entstehen, die jedoch durch regelmäßige Massage gelöst werden können. Zudem treten in der ersten Phase nach der Behandlung erfahrungsgemäß Schwellungen und kleine Hämatome sowie leichte Schmerzen auf. Diese Beschwerden verschwinden jedoch nach einigen Tagen wieder.

Die möglichen Komplikationen bei der endoskopischen Sympathikusblockade sind ähnlich denen einer Absaugung der Schweißdrüsen. Zusätzlich bringt die Vollnarkose Risiken mit sich. Unter Umständen kann es zudem zu einem kompensatorischen Schwitzen kommen, d. h. an anderen Bereichen des Körpers wird vermehrt Schweiß produziert. Dies ist häufig am Rumpf und Rücken der Fall.

 

Was ist nach der Schweißdrüsenbehandlung zu beachten?

Bei der Behandlung mit Botox® und der Absaugung der Schweißdrüsen sind keine größeren Erholungsphasen erforderlich. Jedoch sollten Sie die ersten ein bis zwei Tage auf sportliche Aktivitäten verzichten. Zudem empfiehlt es sich, nach der Schweißdrüsenabsaugung einen Druckverband zu tragen. Bei der endoskopischen Sympathikusblockade ist nach dem stationären Aufenthalt eine kurze häusliche Erholung zu empfehlen. Zudem sollten Sie hier etwa zwei Wochen auf körperliche Aktivitäten verzichten.

Über diese und weitere Aspekte der Nachsorge informiert Sie Ihr behandelnder Chirurg ausführlich.

 

Kosten Schweißdrüsenbehandlung: Wie viel kostet eine Schweißdrüsenbehandlung?

Nach der Untersuchung und der Beratung über den Eingriff wird der jeweilige Preis individuell von dem behandelnden Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie fallabhängig berechnet. Für eine erste Orientierung finden Sie hier beispielhafte Erfahrungswerte über die ungefähre Größenordnung der zu erwartenden Eingriffskosten bei einer Schweißdrüsenbehandlung: ca. 400,- bis 800,- Euro (minimalinvasiv), ab. ca. 2.500 Euro,- (operativ).

Die angegebenen Preisspannen sind mögliche Richtwerte und ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem qualifizierten Arzt.

Im persönlichen Beratungsgespräch klärt der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie nach eingehender Untersuchung über die zu erwartenden Kosten einer Behandlung auf. Hierfür gibt es verbindliche Vorschriften, sodass die Preise in allen medizinischen Einrichtungen nach den gleichen Vorgaben berechnet werden. Rabatte und Preisnachlässe sind nicht zulässig.

Unterschiede in den Preisen ergeben sich dadurch, dass sich die Eingriffe patientenbezogen unterscheiden, teilweise komplexer oder mit unterschiedlichem Materialaufwand verbunden sind. Ärzte sind verpflichtet, ihre Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abzurechnen. Kliniken rechnen bei medizinisch-indizierten Behandlungen nach dem Fallpauschalensystem ab, je nach Kliniktyp werden zudem teilweise Besonderheiten in der Unterbringung und Verpflegung gesondert abgerechnet.

 

Wie finde ich den geeigneten Arzt?

Die Arztsuche beziehungsweise die Arztwahl ist für den Verlauf und das Ergebnis einer Schweißdrüsenbehandlung sehr wichtig. Daher sollten Sie sich genügend Zeit nehmen, um den richtigen Experten für Ihr Anliegen zu finden. Neben der Qualifikation des Arztes ist es ebenso wichtig, dass Sie ihm vertrauen und sich wohl fühlen.

Für eine zufriedenstellende und möglichst komplikationslose Behandlung sollten Sie sich unbedingt einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie anvertrauen. Er ist Spezialist auf dem Gebiet der sogenannten Schönheits-OPs. Bezeichnungen wie „Schönheitschirurg“, „Kosmetischer Chirurg“ oder „Beauty Doc“ sind hingegen nicht rechtlich geschützt und lassen somit keine verlässlichen Rückschlüsse auf die Qualifikation des Arztes zu.

Für den Facharzttitel „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ ist neben dem Medizinstudium eine mindestens sechsjährige Weiterbildung notwendig. Sie umfasst sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Erfahrung durch zahlreiche Operationen unter Aufsicht von Fachexperten. Erst nach dieser Ausbildung und dem erfolgreichen Abschluss der Facharztprüfung dürfen Ärzte den Facharzttitel tragen.

Des Weiteren sollten Sie darauf achten, dass der Arzt Sie umfassend aufklärt und auf Ihre Fragen eingeht. Die seriöse und umfassende Aufklärung und Beratung vor ästhetisch-plastischen Eingriffen sind ein wichtiger Bestandteil. Empfehlungen von Fachkollegen, anderen Patienten oder Ihres Hausarztes können ebenfalls bei der Arztwahl helfen.

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