Narbenkorrektur

Gründe für eine Narbenkorrektur

Viele Menschen haben in Folge von Verbrennungen, Unfällen oder Operationen Narben davongetragen. Befinden sich diese an sichtbaren Körperstellen oder entspricht die Narbenbildung nicht den ästhetischen Vorstellungen, werden Narben als störend und belastend empfunden. Abgesehen von diesen ästhetischen Aspekten stellen Narben mitunter auch ein medizinisches Problem dar, wenn sie wichtige Funktionen wie beispielsweise die Dehnbarkeit der Haut über den Gelenken und damit die Beweglichkeit einschränken.

Bei uns finden Sie auch eine Checkliste zur Suche nach einem geeigneten Facharzt oder Sie gehen direkt über die Arztsuche auf die Suche nach einem passenden Behandler.

Inhalt:
– Welche Ergebnisse können erzielt werden?
– Vor der Narbenkorrektur
– Wie verläuft die Behandlung?
– Anästhesieform und Klinikaufenthalt
– Welche Komplikationen können entstehen?
– Welche Nachbehandlung ist erforderlich?

Welche Ergebnisse können erzielt werden?

Ein ästhetisch-plastischer Eingriff kann die Narbe nicht vollständig entfernen. Mit den entsprechenden Verfahren können aber gute Ergebnisse erzielt werden, um das Aussehen der Narben zu verbessern. Das Ergebnis der Narbenkorrektur ist abhängig von der Art und der Größe der Narbe, der individuellen Wundheilung, der postoperativen Schonung sowie der Narbenpflege.

Vor der Narbenkorrektur

Bevor es überhaupt zu einer Behandlung kommt, finden ein ausführliches Beratungsgespräch sowie eine Voruntersuchung durch einen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen statt. Darin erhebt der Arzt eine ausführliche Anamnese und bespricht Gründe für die Narbenkorrektur, erreichbare Ergebnisse des Eingriffs sowie mögliche Risiken. In dem Gespräch ist es wichtig, dass Sie sich wohl und gut aufgehoben fühlen. Stellen Sie all Ihre Fragen, ein guter Ästhetisch-Plastischer Chirurg nimmt sich genügend Zeit für Sie. Außerdem sollten Sie Vorerkrankungen und Allergien ansprechen.

Wie verläuft die Behandlung?

Ob die Narbenkorrektur direkt erfolgen kann oder die Narbe zuerst vorbehandelt werden muss, entscheidet der Arzt bei der ersten Untersuchung. Der Eingriff sollte erst dann durchgeführt werden, wenn die Narbe einen stabilen Zustand erreicht hat. Der Ablauf der Narbenbehandlung hängt von der Art der Narben ab. Prinzipiell ist es möglich, eine Narbenkorrektur zu wiederholen. Das kann, z. B. bei breiten Narben, sogar sinnvoll sein, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Ablauf bei Keloiden

Als Keloid wird juckendes, wucherndes, rötliches oder dunkel aussehendes Narbengewebe bezeichnet, das über die ursprüngliche Narbengrenze hinauswächst. Keloide wachsen auch weiter, wenn die Wundheilung bereits abgeschlossen ist. Sie treten insbesondere an Ohren, Schultern und im oberen Brustbereich auf. Die Behandlung durch regelmäßige Injektionen , z. B. von Kortison in das Keloid-Gewebe vermindert die Beschwerden und kann zur Verkleinerung der Narben führen. Reicht die Injektionsbehandlung nicht aus, kann das Gewebe operativ entfernt werden. Da Keloide immer wieder auftreten können, werden oft mehrere Verfahren kombiniert. Druck, z. B. durch maßangefertigte Kompressionskleidung kann alleine oder in Kombination mit Silikonfolien das Wiederauftreten verzögern.

Ablauf bei hypertrophen Narben

Hypertrophe Narben ähneln in ihrem Aussehen Keloiden, wachsen jedoch nicht über die ehemalige Narbengrenze hinaus. Die Phase der Selbstheilung kann bis zu einem Jahr dauern und z.B. durch eine Behandlung mit Kortison unterstützt werden. Alternativ können hypertrophe Narben in einem operativen Eingriff mit einem unauffälligen Hautschnitt entfernt werden.

Ablauf bei Kontrakturen

Verletzungen der Haut, die zum Verlust von Gewebe führen (z. B. Verbrennungen), können eine feste und zusammengezogene Narbe erzeugen. Diese wird als Kontraktur bezeichnet. Zur operativen Behandlung ist in der Regel eine operative Entfernung der Kontraktur mit Deckung des Defekts durch eine Hautlappenplastik oder durch ein Transplantat notwendig.

Ablauf bei Narben im Gesichtsbereich

Besonders im Bereich des Gesichts werden Narben oft als ästhetisches Problem angesehen. Um die Narben so unauffällig wie möglich zu machen, werden verschiedene Verfahren eingesetzt. Liegt die Narbe quer zu den natürlichen Hautlinien, kann bereits eine Verlagerung entlang dieser Linien beispielsweise mittels einer Z-Plastik oder W-Plastik zu einer Verbesserung führen. Liegt die Narbe nicht so günstig, wird mit einem hochfrequenten Schleifgerät die oberste Hautschicht entfernt. Durch diese Dermabrasion wird das Hautbild zwar geglättet, die Narbe kann jedoch meist nicht völlig unsichtbar gemacht werden.

Ablauf mit der Z-Plastik

Die Methode dient zur Einpassung der Narbe in die natürlichen Spannungslinien der Haut, ist jedoch nicht zur Behandlung aller Narben geeignet. Nach dem Entfernen des Gewebes werden dreieckige Hautlappen in einem 45-Grad-Winkel zum Narbenverlauf angelegt. Durch Verlagerung der Lappenspitzen entsteht eine Z-förmige Narbenlinie, die der Narbe ein unauffälligeres Aussehen verleiht.

Hauttransplantation und Lappenplastik

Zur Versorgung größerer Narbenbereiche können Transplantationen und Lappenplastiken erforderlich sein. Allerdings können die ästhetischen Resultate weniger befriedigend sein, da die verpflanzte Haut in Farbe und Beschaffenheit mitunter von der Umgebung abweicht. Bei einer Transplantation wird gesunde Haut zur Deckung des Defektes von einer Körperstelle entnommen und heilt unter Einsprossung von Blutgefäßen an der neuen Stelle in den meisten Fällen erfolgreich ein. Bei der Lappenplastik wird gesunde Haut mit darunterliegendem Gewebe, falls notwendig auch mit Muskelgewebe, an die Stelle des Defektes verpflanzt. Die Blutversorgung kann durch lokale Verschiebung erhalten bleiben oder durch eine Verpflanzung von Blutgefäßen gewährleistet werden.

Anästhesieform und Klinikaufenthalt

Eine Narbenkorrektur wird vorwiegend ambulant und in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt. Bei größeren operativen Vorhaben ist mit einem Aufenthalt in der Klinik von einigen Tagen zu rechnen. Die Behandlungsdauer hängt von dem Ausmaß der Korrektur ab. Sofern eine Vollnarkose geplant ist, untersucht ein Narkosearzt vor der Operation die individuelle Narkosefähigkeit.

Welche Komplikationen können entstehen?

Insgesamt gesehen ist eine Narbenkorrektur bei qualifizierten Fachärzten wie den Mitgliedern der VDÄPC eine komplikationsarme Operation mit einem hohen Grad an Effizienz und Sicherheit. Wie bei jeder Operation können nach einer Narbenkorrektur Blutergüsse und Schwellungen vorkommen. In äußerst seltenen Fällen können Wundheilungsstörungen auftreten. Die manchmal einen erneuten chirurgischen Eingriff notwendig machen.

Welche Nachbehandlung ist erforderlich?

Unmittelbar postoperativ wird ein Verband angelegt. Die Hautfäden werden in der Regel nach einer Woche entfernt. Leichte Schmerzen, ein Ziehen oder Brennen bei der Heilung sind nicht ungewöhnlich und können durch anschließende Ruhestellung und Medikamente behoben werden. Häufig muss nach Auflösen der Kontraktur eines Gelenks bis zur Wiederherstellung der normalen Funktion eine krankengymnastische Therapie eingesetzt werden. Weitere Empfehlungen zur OP-Nachbereitung hängen von Art, Ausmaß und Lokalisation der Narbenkorrektur ab und sind individuell mit dem Arzt abzustimmen.

Hier finden Sie den Text Informationen zur Narbenkorrektur als Download.

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