Haarausfall: Welche Behandlung infrage kommt

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Volles Haar wird häufig mit Jugendlichkeit und Attraktivität verbunden. Entsprechend belastend kann es sein, wenn die Haare sichtbar dünner werden oder kahle Stellen entstehen. Die Ursachen für Haarausfall sind jedoch vielfältig – und ebenso unterschiedlich sind die Möglichkeiten der Behandlung. Die Vereini-gung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) rät deshalb, vor jeder ästhetischen Be-handlung sorgfältig abzuklären, welche Form des Haarausfalls vorliegt.

„Haarausfall kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb sollte vor jeder ästhetischen Behand-lung eine sorgfältige ärztliche Abklärung stehen“, betont Dr. med. Alexander Schönborn, Präsident der VDÄPC. Erst auf Grundlage der Diagnose und der erwartbaren weiteren Entwicklung lasse sich gemein-sam mit der Patientin oder dem Patienten ein sinnvolles Behandlungskonzept entwickeln.

Zu den häufigsten Formen gehört die androgenetische Alopezie, das ist der erblich bedingte Haarausfall. Die Haarwurzeln reagieren dabei überempfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Bei Män-nern kann im ausgeprägten Fall lediglich ein Haarkranz am Hinterkopf erhalten bleiben, während bei Frauen insbesondere die Haare im Bereich des Mittelscheitels dünner werden.

Beim kreisrunden Haarausfall, der Alopecia areata, treten dagegen begrenzte kahle Stellen auf. Ursache ist eine Entzündung der betroffenen Hautregion, die das Haarwachstum beeinträchtigt. Auch bestimmte Erkrankungen und Medikamente oder eine Mangelernährung können zu Haarausfall führen. Ausfallende Haare sollten deshalb ärztlich abgeklärt werden.

Von Eigenblutbehandlung bis Haartransplantation

Abhängig vom Befund kommen unterschiedliche Verfahren infrage. Dabei muss es nicht immer darum gehen, bereits verloren gegangenes Haar zu ersetzen. Auch eine optische Verdichtung oder die Unter-stützung noch vorhandener Haare können Teil eines individuellen Behandlungskonzepts sein.

Eine Möglichkeit ist die Mikropigmentierung der Kopfhaut. Dabei werden Farbpigmente gezielt in die Haut eingebracht. Bei sehr kurzem Haar können beispielsweise Haarstoppeln optisch nachgebildet wer-den. Bei noch vorhandenem, aber lichtem Haar lässt sich der Kontrast zwischen Kopfhaut und Haar re-duzieren. Neue Haare entstehen durch das Verfahren allerdings nicht.

Bei dünner werdendem Haar kann zudem eine Behandlung mit plättchenreichem Plasma, englisch Pla-telet-Rich Plasma (PRP), infrage kommen. Dafür wird zunächst Blut entnommen und anschließend auf-bereitet. Das daraus gewonnene Plasma wird in die zu behandelnden Bereiche der Kopfhaut injiziert. Ziel ist es, körpereigene Regenerations- und Wachstumsprozesse zu unterstützen.

Haartransplantation: Eigenhaar dauerhaft umverteilen

Sind Haarwurzeln dauerhaft verloren gegangen, kann eine Haartransplantation eine Möglichkeit sein, kahle oder stark ausgedünnte Bereiche wieder mit Eigenhaar zu versorgen. Voraussetzung ist, dass aus-reichend geeignete Haarfollikel als Spenderhaar vorhanden sind. Diese werden meist aus Bereichen des Hinterkopfes entnommen und anschließend in die zu behandelnden Regionen verpflanzt.

Grundsätzlich kommen unterschiedliche Techniken zur Gewinnung der Haarfollikel zum Einsatz. Bei der Follicular Unit Transplantation (FUT) wird ein schmaler behaarter Hautstreifen entnommen, aus dem anschließend die benötigten Haarfollikel gewonnen werden. Bei der Follicular Unit Extraction (FUE) wer-den einzelne follikuläre Einheiten direkt aus dem Spenderbereich entnommen.

Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung. Je nach Umfang und ange-wandter Technik kann eine Haartransplantation mehrere Stunden dauern. Bis das Ergebnis beurteilt werden kann, ist Geduld erforderlich: Die verpflanzten Haare entwickeln sich erst im Laufe der folgen-den Monate.

Auch eine Haartransplantation hat Grenzen. Nicht in jedem Fall kann die ursprünglich vorhandene Haar-dichte wiederhergestellt werden. Wie bei jedem operativen Eingriff sind zudem Komplikationen mög-lich. Dazu zählen unter anderem Nachblutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Narben. Eine realistische Einschätzung des möglichen Ergebnisses und die Aufklärung über Risiken gehören des-halb zu einer umfassenden ärztlichen Beratung.

Haartransplantationen im Ausland: Nicht allein auf den Preis schauen

Haartransplantationen werden auch im Ausland angeboten – teilweise zu niedrigeren Preisen als in Deutschland. Die Kosten sollten jedoch nicht das alleinige Kriterium für die Entscheidung sein.

„Bei günstigen Angeboten für Haartransplantationen im Ausland sollten Patientinnen und Patienten ge-nau hinschauen“, warnt Schönborn. Entscheidend seien insbesondere die Qualifikation und Verantwort-lichkeit der Behandelnden, medizinische und hygienische Standards sowie eine verlässlich organisierte Nachsorge. Gerade bei Komplikationen nach der Rückkehr oder einem nicht zufriedenstellenden Ergeb-nis könne eine fehlende persönliche Nachbetreuung zum Problem werden.

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