Stillen führt nicht zum Hängebusen
NEW YORK (MedCon) - Entgegen dem allgemeinen Glauben ist das Stillen wahrscheinlich nicht dafür verantwortlich, wenn nach der Geburt eines Kindes die Brüste weniger straff sind als zuvor und herunter hängen. Das Alter der Frau, ihr Body Mass Index und ob sie raucht oder nicht scheint eine viel größere Rolle für das Erscheinungsbild der Brust nach einer Schwangerschaft zu spielen.
„Die Annahme, dass das Stillen einen nachteiligen Effekt auf das Aussehen der Brüste hat, ist weit verbreitet", erklärt der plastische Chirurg Dr. Brian Rinker vom University of Kentucky College of Medicine in Lexington. Doch es existierten nur sehr wenig objektive Daten, die diese Annahme stützen oder widerlegen, fügt Rinker hinzu.
Deshalb untersuchten Rinker und seine Kollegen 93 Patientinnen, die sich zwischen 1998 und 2006 einer ästhetischen Brustoperation unterzogen hatten. Alle Studienteilnehmerinnen hatten mindestens eine Schwangerschaft hinter sich.
Wie stark die Brüste einer Patientin hingen, beurteilten die Forscher anhand von Fotos, die vor dem Eingriff gemacht worden waren. Zudem befragten sie die Frauen und sahen ihre Patientenakten durch, um Informationen zu möglichen Risikofaktoren für eine hängende Brust zu erhalten. Zu diesen möglichen Risikofaktoren gehörten das Alter, die Anzahl an Schwangerschaften, ob und wie lang sie gestillt hatten, der Body-Mass-Index, die Körbchengröße vor der Schwangerschaft, der Raucherstatus und die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft.
54 der untersuchten Frauen (58 Prozent) hatten in der Vergangenheit ein oder mehrere Kinder gestillt. 39 Frauen hatten nie gestillt. In beiden Gruppen reichte die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft von fünf bis zu 45 Kilogramm und 39 Prozent der Frauen gaben an zu rauchen oder in der Vergangenheit geraucht zu haben. 51 Frauen gaben an, dass sich ihre Brust nach der Schwangerschaft nachteilig verändert habe. Sowohl der Body-Mass-Index als auch die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft waren in der Gruppe von Frauen, die nicht stillten, deutlich höher.
Die Analyse dieser Informationen zeigte, dass ein höheres Lebensalter, ein höherer Body-Mass-Index, eine größere Anzahl von Schwangerschaften, eine größere Körbchengröße vor der Schwangerschaft und Rauchen das Risiko für einen Hängebusen deutlich erhöhten. Stillen erhöhte das Risiko dagegen nicht, auch wenn lange gestillt wurde.
Quelle: Aesthetic Surgery Journal, Sep 2008, Volume 28, Issue 5, Pages 534-537
